1970-1979

Die erste Schleppmaschine eine Piper PA 18

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“Frankreich”

In den 70iger Jahren werden Jahr für Jahr die fliegerischen Vereinsbestmarken nach oben gerückt. Zum einen ist dies ein Effekt aus dem besser gewordenen Fluggerät und deren Piloten, zum anderen wird vermehrt im Flugzeugschlepp gestartet. Auslaufende Pachtverträge, die nicht mehr verlängert werden konnten, verkürzten die Start- und Landebahn auf wenige hundert Meter. Kurzfristig sah es so aus, als ob man den Flugbetrieb am Franzosenkopf für immer hätte einstellen müssen. Nur durch massive Erdbewegungen und eine Drehung der Landebahn wurden zusätzliche Flächen geschaffen, so dass von den ehemals zur Verfügung stehenden 1300 Meter Länge knapp 500 Meter erhalten blieben. Preiswerte und lärmarme Starts mit einer Winde waren nun vorbei. Es wurde eine Motormaschine vom Typ PA 18 SuperCup angeschafft mit der fortan alle Schleppstarts durchgeführt werden. Profitiert hat hiervon nur der Leistungssegelflug. Streckensegelflieger mussten nun nicht mehr warten bis die thermischen Aufwinde in Flugplatznähe entstehen, sondern konnten sich deutlich früher an die Bergrücken des Ebbe schleppen lassen. Die Kosten für die Ausbildung des Nachwuchses wurden verdreifacht. Der Windenstart würde mit Sicherheit noch heute auf dem Franzosenkopf durchgeführt, wäre die Bahn lang genug.

Kurz vor einem Schulstart 1972 in Issoudun /FrankreichDie steigende Mobilität und der Drang nach Süden der Deutschen Bevölkerung machte sich auch im Luftsportclub Attendorn bemerkbar. Bereits 1970 wurde unter erheblichem Organisationsaufwand ein Sommerlehrgang in Zentralfrankreich organisiert. Zu dem dortigen Gastverein entwickelte sich eine herzliche Beziehung die über Jahre hinweg gepflegt wurde. Alle zwei Jahre wurde diese Urlaubsfahrt wiederholt und jedes Jahr wurden Vereinsrekorde gebrochen. Flugstrecken von 300-500 km waren nun keine Seltenheit mehr. Heinz Gante erreichte 1973 in den französischen Alpen eine Flughöhe von 6580 Meter NN, eine damals kaum vorstellbare Höhe für ein Segelflugzeug. Heinz Gante und Konrad Pöggeler, langjähriger Studiendirektor des Attendorner Gymnasium, überbrückten die Distanz von mehr als weit mehr als 500 km zu den französischen Freunden mit dem Segelflugzeug, was zu dieser Zeit bedeutete die Durchfluggenehmigung von Belgien und Frankreich zu bekommen.

Ballonwettbererb 1972, eine Veranstaltung im Rahmen der 750-Jahr- Feier der Stadt AttendornZu erwähnen bleibt der Ballonwettbewerb am 21.Mai 1972, der im Zusammenhang mit der 750-Jahr-Feier unserer Stadt organisiert wurde und tausende von Besucher anlockte und das der kleine Flugplatz „Am Franzosenkopf“ am 30/08/1975 offiziell in den Status eines Sonderlandeplatzes erhoben wurde. Seither dürfen nicht nur die Maschinen des Luftsportclubs selbst, sondern jedes Flugzeug bis 2000 kg Gesamtgewicht dort starten und landen.