1949-1959

Landrat Schrage am 30. August 1952 bei der Taufe des Schulgleiters SG38, dem 1. NachkriegsflugzeugDie von Walter Gante gebaute Startwind, ein Maybach Cabriolet vor dem Rathaus der Stadt Attendorn.

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“Der Wiederaufbau”

Am 30/01/1949 fangen in unserer Vereinsgeschichte die 50iger Jahre bereits ein Jahr früher an. Dieser Tag markiert den Wiedereinstieg in die Segelfliegerei nach den Wirren des 2.Weltkrieg. Flugbegeisterte Attendorner hatten sich an diesem Tag getroffen und spontan die Segelfliegergruppe Attendorn gegründet. Kurzerhand wurde Karl-Josef Hoffmann zum ersten Vorsitzenden gewählt. Man war sich einig, dass man wieder Fliegen wollte, nach Wegen wie dies zu realisieren war musst enoch gesucht werden. Da das alte Fluggerät komplett vernichtet war musste man praktisch bei “Null” anfangen.

Am 02/04/1949 wurde auf Anordnung der Militätregierung die Auflösung der Segelfliegergruppe Attendorn gefordert. Die Allierten fürchteten die Gefahr, dass sich ein militärischer Zweck dahinter verbergen könne oder sich im Laufe der Zeit hätte ergeben können. Am 30/04/1949 wurde beschlossen die Segelfliegergruppe Attendorn aufzulösen.

Im Jahre 1951 wurde durch die Allierten deutschlandweit der Segelflug wieder zugelassen. Daraufhin wurde am 04/08/1951 der Luftsportclub Attendorn e.V. gegründet und Herbert Neukirch sen. zum ersten Vorsitzenden gewählt. Den ganzen Herbst machte man sich Gedanken wie man an die finanziellen Mittel gelangen konnte um ein Flugzeug zu kaufen oder zu bauen und wo eine Werkstatt eingerichtet werden könnte.

Im Jahre 1952 wurde unter Vorsitz von Heinz Gante zunächst ein Fliegerball organisiert, dann ein Flugzeug vom Typ SG 38 bestellt, im Spätsommer auf den Namen “Ursinus” getauft und im Winter mit dem Bau einer Werkstatt begonnen. Der Grundstein war gelegt. An ein eigenes Fluggelände war noch nicht zu denken. Fortan tingelte der junge Verein mit der SG 38 zu den bereits installierten Nachbarflugplätzen Plettenberg, Hünsborn und sogar bis in den Westerwald.

Im Jahre 1955 wurde gleich im Frühjahr die im Jahr zuvor bestellte Rhönlerche beim Hersteller in der Rhön abgeholt, in einer Feierstunde auf den Namen “Kattfiller” getauft und sofort in Dienst gestellt. Neben der Fliegerei auf den o.g. Flugplätzen wurde das Gelände “auf dem Franzosenkopf” wieder ins Auge gefasst, allerdings nicht den Hügel der den Namen trägt sondern die Felder etwas südlich davon auf der anderen Strassenseite, kurz gesagt das Areal Wiethfeld wo sich auch noch heute der Sonderlandeplatz Attendorn-Finnentrop befindet. Zu diesem Zweck führte man dort, natürlich mit behördlicher Genehmigung 4 Tage Flugbetrieb um den Feiertag Allerheiligen durch.

Im Jahre 1957 wurde der Flugbetrieb am Wiethfeld (Franzosenkopf) offiziell aufgenommen. Da sich das Vorhaben vorher abzeichnete hatte man bereits im Winter zuvor unter Federführung von Walter Gante eine Startwinde gebaut. Der Gag war das dies nicht nur ein einfaches Schleppgerät war sondern ein elegantes Maybach Cabriolet. Am Tag vor der Aufnahme des Flugbetriebes wurde vor dem Rathaus der Stadt Attendorn dieser Maybach zusammen mit dem Seilrückholwagen und den zwei Flugzeugen anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums ausgestellt. Da die Mitgliederzahl ständig stieg und nun auch ein eigenes Fluggelände zur Verfügung stand wurde im Sommer aus Bad Wörrishofen noch ein Rhönbussard gekauft. Im Jahr danach kam noch eine Hütter 17b hinzu.

Im Jahre 1959 wurde das Gelände auf dem sich heute die Flugzeughalle und die Werkstatt mit Kantine befindet gekauft. Einem Bau einer festen Unterkunft stand somit nichts mehr im Wege.