1930-1939

Erich Peiffer will hoch hinaus1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939

“In the beginning”

Die Geschichte unsere Vereins beginnt im Jahre 1930, einigen Berichten zufolge auch schon etwas früher. Im Wesentlichen waren es zwei Gruppen von Flugbegeisterten, die infolge der Weltwirtschaftskrise vielfach arbeitslos waren und so die Zeit fanden sich mit dem Gedanken zu beschäftigen eine Flugzeug zu bauen und mit ersten zaghaften Flugversuchen zu beginnen.

Die erste Gruppe wurde durch Paul Brüser ins Leben gerufen. Er kaufte sich Anfang der 30er Jahre ein Heft aus der Reihe “Wie baue ich mir selbst ….”. Das entsprechende Heft “Wie baue ich mir selbst ein Segelflugzeug” befindet sich leider nicht mehr in unserem Archiv, die Baupläne müssen aber sehr aussagekräftig gewesen sein. Mit seiner Gruppe, dabei waren unter anderem auch die Gebrüder Sprenger aus Heggen bauten Sie zunächst im Winter 1930/1931 einen Flieger die dem Zögling, einem verbreiteten Muster in diesen Jahren, ähnlich sah. Zu Pfingsten 1931 wurde der Rohbau in der Schützenhalle ausgestellt um weitere finanziellen Mittel zu bekommen. Leider stellte sich heraus, dass durch die Verwendung von falschen Materialien das Flugzeug nicht flugtüchtig war. Zuvor hatten Sie den Luftfahrtverein Heggen gegründet. Unter Anleitung eines arbeitslosen Flugzeugbauers wurde den ganzen Winter 1931/1932 an einem Zögling gebaut.

Die zweite Gruppe wurde durch die Gebrüder Peiffer gebildet. Drei der vier Brüder beschäftigten sich während der Schulzeit intensiv mit dem Gedanken ein Flugzeug zu bauen, kamen aber auf Grund von fehlenden Informationen zunächst nicht zu Potte. Im Herbst 1931 hatten Sie sich Baupläne besorgt und bauten zeitgleich mit den Heggern einen Zögling. Ob die beiden Gruppen voneinander gewußt haben wissen wir heute nicht, alle Anzeichen deuten aber darauf hin, dass dies zumindest am Anfang nicht der Fall war.

Während der Bauphase, spätestens mit der Ausstellung des Attendorner Zöglings im März 1932, müssen sich beide Gruppen dann kennengelernt haben. Der im Mai 1932 gegründete Luftfahrtverein Süd-Sauerland und der Luftfahrtverein beschlossen am 25/09/1932 einen gemeinsamen Flugtag am Franzosenkopf zu veranstalten, obwohl noch keiner Ihrer Flugzeuge fertig gestellt war. Die Attendorner hatten Ihren Vogel bereits ein paar Wochen vor dem Flugtagtermin startklar und Willi Haupt, der in Braunschweig eine Ausbildung als Segelflugpilot absolviert hatte wagte am 04/09/1932 bereits einen ersten Start vom Franzosenkopf. Alles funktionierte ausgezeichnet und er landete nach wenigen Sekunden in Milstenau.

Der Flugtag am 25/09/1932 war ein großer Erfolg, zumindest für die Hegger denn deren Zögling flog mehre Male elegant. Die Attendorner hatten Pech. Bei einem ersten Probestart, noch bevor das Publikum eintraf stürzte Willi Haupt ab. Der Attendorner Zögling fiel für diesen Tag aus und wurde ein paar Wochen später, nach der Reparatur, in aller Stille auf den Namen “Attendorn” getauft. Die Hegger tauften Ihren Zögling unter den Augen des Publikums auf den Namen “Heggen”

Im Winter 1932/1933 wurden weitere Flüge von beiden Vereinen durchgeführt. Als Fluggelände wurde neben dem Franzosenkopf auch der Hainberg mit Landung in den Ewiger Wiesen genutzt. Gleichzeitig hatte man es geschafft Marga von Etzdorf für einen Vortrag über Ihre abenteuerlichen Asienflüge zu gewinnen.

Im Sommer 1932 wurden zwei große Fliegerlager in Meschede-Schüren durchgeführt. Viele Mitglieder flogen Ihre A-Prüfung, erste B-Prüfungen waren auch dabei. An Tagen an den das Fliegen nicht möglich war wurde neben der Reparatur des benutzen Fluggerätes an weiteren Maschinen gebaut.

Im Sommer 1933 wurde der zweite Zögling des Luftfahrtvereins Südsauerland in Dienst gestellt. Die Aktivitäten des Luftfahrtvereins Heggen sind nicht so gut dokumentiert, man kann aber davon ausgehen, dass auch dieser Verein in gleicher Weise geflogen und neues Fluggerät gebaut hat.

Im Mai 1934 wurden beide Vereine zur Fliegergruppe Biggetal im Deutschen Luftfahrtverband mit Sitz in Attendorn zusammengefasst. Noch im gleichen Winter wurde mit dem Bau einer Halle auf dem Geländer der heutigen Firma LEWA begonnen. Heute steht diese Halle nicht mehr.

Im Jahr 1935 bauen die Heggener im Hörsten vor der Höhle ebenfalls eine Halle. Auch dieses Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Walzwerkes steht heute nicht mehr. Es wurde in den 50iger Jahren abgerissen. Ein weiteres Flugzeug wird in Dienst gestellt und auf den Namen “Kattfiller” getauft. Im Sommer findet wieder ein Flug lager in Meschede-Schüren statt.

Im Jahre 1936 wurde sehr viel geflogen, leider gab es auch sehr viel Bruch. Dies wird über zahlreiche Fotos dokumentiert. Brüche, die zumeist auf Fehler beim Landen zurückgeführt werden konnten waren in dieser Zeit noch mehr an der Tagesordnung als dies heute der Fall ist. Über ernsthafte Personenschäden ist nichts bekannt.

1937 wurde der junge, seid 3 Jahren durch Zusammenschluss vergrößerte Verein, zwangsweise zum nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) überführt. Die Fliegerei ging nach wie vor unvermindert weiter. Leider fehlt uns ab diesem Jahr mehr und mehr das entsprechende Fotomaterial.

1939 wurde mit Beginn des zweiten Weltkrieg der Flugbetrieb eingestellt. Einige Aufnahmen aus dieser Zeit zeugen davon, dass es wohl doch noch den einen oder anderen Start gegeben hat und Ausflüge nach Oerlinghausen und Borkenberge unternommen wurden, mit weiterem Fortschreiten des Krieges schlief die Segelfliegerei dann aber doch nach und nach ein. Der letzte bekannte und teilweise dokumentierte Flug eines Attendorners ist der Zielflug von Erich Peiffer auf einer MÜ13 von seinem Studienort Darmstadt nach Attendorn in nur 3 Stunden. Eine für damalige Verhältnisse großartige Leistung die auch heutige Segelflieger in einem solchen Fluggerät vor ein große Herausforderung stellt. Im November wurden die Flugzeuge aus der Halle an der Bigge wegen eines Hochwassers umgelagert. Der weitere Verbleib ist ungeklärt. Entweder sind die Holzflugzeuge in den Kriegswirren zerbombt bzw. verbrannt oder mutwillig durch Soldaten zerstört worden.